{"id":117,"date":"2014-12-03T21:45:32","date_gmt":"2014-12-03T20:45:32","guid":{"rendered":"http:\/\/humanisten-bayernspd.de\/blog\/?p=117"},"modified":"2014-12-03T21:45:32","modified_gmt":"2014-12-03T20:45:32","slug":"kritik-an-einer-ideologischen-verzerrung-des-reformationsgedenkens-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanisten-bayernspd.de\/blog\/kritik-an-einer-ideologischen-verzerrung-des-reformationsgedenkens-2017\/","title":{"rendered":"Kritik an einer ideologischen Verzerrung des Reformationsgedenkens 2017"},"content":{"rendered":"<p><b>Beschluss auf dem Bundestreffen am 22.11.2014 in Berlin <\/b><\/p>\n<p><b><\/b><b>Kritik an einer ideologischen Verzerrung des Reformationsgedenkens 2017<\/b><\/p>\n<p>Die laizistischen SozialdemokatInnen kritisieren die ideologische Verzerrung beim bisherigen Reformationsgedenken 2017. Wir halten fest:<\/p>\n<p>1. Die Evangelische Kirche Deutschlands und die F\u00f6rdermittelgeber aus Bund, L\u00e4ndern und Gemeinden sind aufgerufen, die bisherigen Veranstaltungen der Luther-Dekade und die weitere Planung des Reformationsjubil\u00e4ums inhaltlich auf konfessionelle Verzerrungen und \u00dcberh\u00f6hungen hin zu \u00fcberpr\u00fcfen. Wir fordern daf\u00fcr die Berufung einer unabh\u00e4ngigen wissenschaftlichen Kommission, die hierzu entsprechende Empfehlungen gibt. Gemeinsames Anliegen aller Beteiligten muss es k\u00fcnftig sein, historische Verzerrungen und \u00dcberh\u00f6hungen des mit \u00f6ffentlichen Mitteln gef\u00f6rderten Reformationsgedenkens zu unterbinden und stattdessen eine zeitgem\u00e4\u00dfe, am wissenschaftlichen Erkenntnisstand orientierte Gedenk- und Erinnerungskultur zu pflegen.<\/p>\n<p>2. Wir fordern die F\u00f6rdermittelgeber aus Bund, L\u00e4ndern und Gemeinden dazu auf, in zeitlicher N\u00e4he zu den Hauptveranstaltungen des Reformationsjubil\u00e4ums im Jahre 2017 ein wissenschaftliches Symposium zu Luther und der Reformationsgeschichte aus den bisher veranschlagten Mitteln zu finanzieren. Auf diesem Symposium m\u00fcssen insbesondere auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit kritischen Bewertungen (zum Beispiel hinsichtlich Luthers Aussagen zu Bauern, Juden oder T\u00fcrken) einbezogen werden.<\/p>\n<p>3. Wir fordern dar\u00fcber hinaus die v\u00f6llige Transparenz \u00fcber alle von Bund, L\u00e4ndern und Gemeinden sowie von der Evangelischen Kirche Deutschlands zur Finanzierung des Reformationsgedenkens eingebrachten Mittel.<\/p>\n<p>4. Die laizistischen SozialdemokratInnen lehnen den unter anderem von Hannelore Kraft geforderten bundeseinheitlichen Reformationsfeiertag 2017 ab. Er wird weder der historischen Bedeutung der Reformation noch der kulturellen, religi\u00f6sen und nichtreligi\u00f6sen Vielfalt in unserem Lande gerecht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<\/p>\n<p>Die Laizistischen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten kritisieren die bisherige Ausgestaltung des Reformationsjubil\u00e4ums durch die Evangelische Kirche Deutschlands. Das 500j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Beginns der Reformation wird wegen deren kulturhistorischer Bedeutung f\u00fcr Deutschland und dar\u00fcber hinaus in erheblichem Umfang aus \u00f6ffentlichen Mitteln finanziert. Allein der Bund tr\u00e4gt im Zeitraum von 2008 bis 2017 mit 35 Millionen Euro etwa ein Drittel der Gesamtkosten.<\/p>\n<p>Der Leiter der Gesch\u00e4ftsstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland, Pr\u00e4lat Stephan Dogerloh, versicherte vor vier Jahren den Abgeordneten des Deutschen Bundestages in diesem Zusammenhang, die \u201eLuther-Dekade und das Reformationsjubil\u00e4um stellten ein gesamtgesellschaftliches Ereignis mit protestantischem Profil, aber ohne protestantische Profilierung dar.\u201c<\/p>\n<p>Bisher haben sich die Erwartungen an eine zeitgem\u00e4\u00dfe Reflexion des Reformationsgeschehens jedoch nicht erf\u00fcllt. Im Gegenteil: Tats\u00e4chlich erscheinen viele der bisherigen Veranstaltungen der Luther-Dekade als konfessionell verzerrt. Sie werden weit \u00fcberwiegend als eine Ansammlung von unausgewogenen Werbeevents f\u00fcr den Protestantismus und f\u00fcr die Evangelische Kirche in Deutschland wahrgenommen. Eine wissenschaftlich gesicherte und auch kritische Sicht auf Luther und den Protestantismus (zum Beispiel hinsichtlich Luthers Aussagen zu Bauern, Juden oder T\u00fcrken) wird dabei allzu oft vernachl\u00e4ssigt, das Wirken Luthers wird heroisiert und die Folgen der Reformation f\u00fcr Politik und Gesellschaft werden \u00fcberzeichnet. Der emeritierte Professor f\u00fcr Geschichte der Fr\u00fchen Neuzeit an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin, Heinz Schilling, stellte dazu k\u00fcrzlich fest, Luther sei aber zu wichtig, als dass man ihn und das Reformationsgedenken den Theologen und der Evangelischen Kirche \u00fcberlassen d\u00fcrfe. Dies verbiete sich insbesondere, da die Evangelische Kirche an Sichtweisen festhalte, die sowohl einen zeitgem\u00e4\u00dfen Blick auf Luther als auch auf die Reformation verstellten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.laizistische-sozis.eu\/inhalte-menu\/dokumentation\/145-kritik-an-einer-ideologischen-verzerrung-des-reformationsgedenkens-2017\" target=\"_blank\">www.laizistische-sozis.eu<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschluss auf dem Bundestreffen am 22.11.2014 in Berlin Kritik an einer ideologischen Verzerrung des Reformationsgedenkens 2017 Die laizistischen SozialdemokatInnen kritisieren die ideologische Verzerrung beim bisherigen Reformationsgedenken 2017. Wir halten fest: 1. 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